Schwäbische Alb
Schwäbische Alb
Tourentipp: Schwäbische Albstraße
Man muss sich die Schwäbische Alb vorstellen wie einen großen, breiten Keil inmitten der Landschaft. Vorn ragt sie steil, fast senkrecht auf, während sie nach hinten allmählich sanft abfällt. Vorn, das ist der so genannte Albtrauf. Um diesen zu erklimmen, sind zahlreiche schmale und kurvige Bergsträßchen nötig. Wer also Fahrspaß sucht, sollte auf seiner Alb-Tour möglichst viele dieser Auf- und Abstiege mitnehmen. [weiterlesen...]
Reiseinfos: Schwäbische Alb

Motorradparadies aus Karst und Kalk
Die Schwäbische Alb zählt wegen ihrer vielen Naturschönheiten zu den Insider-Tipps für Anhänger des ruhigen und entspannten Motorradfahrens. Das Kalkgebirge erstreckt sich mit einer Länge von rund 200 Kilometern und einer Breite bis zu 40 Kilometern zwischen Neckar und Donau, von Villingen-Schwenningen bis nach Ellwangen. Die höchsten Erhebungen erreichen Höhen von mehr als 1.000 Meter, der Lemberg im Westen der Alb ist 1.015 Meter hoch. Kaum zu glauben, dass diese Landschaft vor mehr als 100 Millionen Jahren den Meeresboden bildete. Zahlreiche Ablagerungen und Versteinerungen bestätigen dies. Gewaltige tektonische Kräfte haben den einstigen Meeresboden angehoben und zu einer reizvollen Mittelgebirgslandschaft mit Kalkfelsen und Wasserfällen, Quelltöpfen und Tropfsteinhöhlen verwandelt. Wer eigenhändig auf Fossilienjagd gehen will, der sollte sich ins Museum Hauff nach Holzmaden bei Weilheim/Teck begeben. Dort darf man im Freigelände nach Herzenslust in der prähistorischen Erde wühlen.
Einzigartige Naturlandschaft
Das Zeichen der Schwäbischen Alb ist die Silberdistel. Diese unter Naturschutz stehende Blume wächst zwar auch in anderen Gegenden Deutschlands, aber sie findet auf den Kalkböden der Alb besonders günstige Voraussetzungen. Die typische Landschaftsform ist der von schlanken Wacholderbüschen geprägte Trockenrasen, auf dem neben der Silberdistel auch andere botanische Kostbarkeiten, wie z.B. verschiedene Arten von Orchideen, gedeihen. Die Schwäbische Alb bildet die Europäische Wasserscheide. Die nach Norden fließenden Flüsse münden im Atlantik (mit Nord- und Ostsee), während die nach Süden abfließenden Gewässer im Schwarzen Meer enden. An einigen Stellen „kämpfen“ die beiden Flusssysteme um das Wasser. Die Folge davon ist, dass Bäche und Flüsse in den „geköpften Tälern“ plötzlich verschwinden und unterirdisch ihre Fließrichtung verändern. Auch die junge Donau verschwindet plötzlich von der Oberfläche, um an anderer Stelle wieder aufzutauchen. In dem Kalkgestein der Schwäbischen Alb sind durch chemische und mechanische Einflüsse zahlreiche Höhlen entstanden. Beeindruckend sind die Schauhöhlen mit ihren Sinterablagerungen, Stalaktiten und Stalakmiten, die durch Verbindungen mit unterschiedlichen Mineralien verschiedene Färbungen zeigen. Die schönsten begehbaren Tropfsteinhöhlen sind die Nebelhöhle und die Bärenhöhle südlich von Reutlingen sowie die Charlottenhöhle südlich von Heidenheim.
Brauchtum
Das überlieferte Brauchtum der Region erreicht einen besonderen Höhepunkt in der „fünften Jahreszeit“. Jedes Jahr beginnt am 11.11. um 11.11 Uhr die Schwäbisch-Alemannische Fasnet. In vielen Städten und Dörfern erwachen historische Bräuche, bei den Festumzügen werden individuelle Kostüme getragen. Am „Funkensonntag“, dem Sonntag nach Aschermittwoch, soll die kalte Jahreszeit beendet sein und die Schwäbische Alb zu neuem Leben erwachen.
Sehenswerte Orte
Nördlingen
Bis ins 19. Jahrhundert war Nördlingen Freie Reichsstadt. Seine kreisrunde Stadtmauer aus dem 16. und 17. Jahrhundert blieb vollständig erhalten und kann heute mitsamt ihren 15 Türmen betreten und besichtigt werden. Vom 90 Meter hohen Turm der Georgskirche, „Daniel“ genannt, bietet sich ein wunderschöner Rundblick über die Stadt und die umgebenden Hügel der Schwäbischen Alb. Nördlingen liegt inmitten des so genannten Rieses. Das ist ein ca. 100 Meter tiefer Krater von etwa 25 Kilometer Durchmesser, den vor 15 Millionen Jahren ein Meteorit schlug.
Aalen
Seit 1978 darf sich die alte Freie Reichsstadt „Bad Aalen“ nennen. Damals wurde nämlich in der Nähe mineralhaltiges Thermalwasser entdeckt, in dem man heute malerisch oberhalb der Stadt mit einem bezaubernden Ausblick baden kann: In den Limes-Thermen fühlt man sich wie in einem römischen Bad. Reizend ist auch die historische Altstadt Aalens mit ihren engen Gassen, netten Cafés und gepflegten Fachwerkhäusern. Eine Vielzahl von gut ausgeschilderten Wanderwegen laden ein, das Motorrad stehen zu lassen und die Umgebung Aalens zu Fuß zu erkunden. Sehenswert: das gut gemachte und interessante Limes-Museum.
Schwäbisch Gmünd
Im Volksmund scherzhaft „Schwäbisch Nazareth“ genannt, blickt die Stauferstadt auf eine lange kirchliche Tradition zurück. Hauptattraktion ist daher nicht zufällig das Heilig-Kreuz-Münster, dessen Bau im 14. Jahrhundert begann. Nicht versäumen sollte man eine Kaffeepause auf dem hübschen Marktplatz mit seinen umstehenden barocken Bürgerhäusern.
Blaubeuren
Bekannt geworden ist das reizende Städtchen durch den Blautopf, eine 20 Meter tiefe Quelle, die einem weit verzweigten Höhlensystem entspringt. Blaubeuren geht aus einem im 11. Jahrhundert gegründeten Benediktinerkloster hervor. Der Blautopf entspringt mitten im Ort kann leicht besichtigt werden.
Bad Urach
Im Herzen der Schwäbischen Alb gelegen, gefällt das Städtchen vor allem durch seinen reizenden Stadtkern mit Fachwerkhäusern und Pflastergassen. Entlang der Durchfahrtsstraße kann man verkehrsgünstig parken und in einem der vielen gemütliche Restaurants und Cafés schwäbische Spezialitäten wie Maultaschen oder Käsespätzle probieren.
Zwiefalten
Nicht nur wegen seines süffigen Bieres ist der am Rande der Alb gelegene Ort bekannt, sonder in ersten Linie wegen des mächtigen Barockmünsters mit seinen beiden Türmen. Das wurde zwischen 1744 und 1765 erbaut und gehört zu den schönsten Kirchenbauten Süddeutschlands.
Sigmaringen
Die hüsche ehemalige Residenzstadt der Fürsten von Sigmaringen-Hohenzollern liegt direkt am Ufer der Donau, die an dieser Stelle durch die Schwäbische Alb bricht. Sehenswert ist neben dem historischen Kern vor allem das herrliche Schloss, das auf einem Felsen über der Donau aufragt.
Kirchheim/Teck
Glanzpunkt der alten Zähringer-Stadt ist ihr Fachwerk-Rathaus aus dem Jahr 1724. In der reizenden Altstadt stehen weiterhin die Martinskirche, das Kornhaus und das Renaissance-Schloss zur Besichtigung bereit.
Burgen und Schlösser
Immer einen Abstecher wert sind die zahlreichen Burgen und Schlösser der Schwäbischen Alb. Zum Beispiel die drei Kaiserberge Hohenrechberg, Staufen und Stuifen nahe Göppingen. Oder die Burgruine Hohenneuffen bei Neuffen, Burg Teck bei Kirchheim/Teck, Burgruine Reußenstein bei Neidlingen, Burg Lichtenstein bei Pfullingen und Burg Hohenzollern bei Hechingen.